Inhalt des Fragebogens
ZielgruppeKinder
ZielDie Schüchternheitsskalen für Kinder (SSK) messen durch Fremdeinschätzungen die Schüchternheit von Kindern gegenüber anderen Menschen.
AufbauDer Fragebogen besteht aus zwei Subskalen, die durch je vier Items einerseits die Gehemmtheit gegenüber fremden Kindern und andererseits die Gehemmtheit gegenüber fremden Erwachsenen einschätzt. Die Items werden durch die Eltern oder andere Bezugspersonen auf einer siebenstufigen Likertskala beantwortet, die mit den Polen „nie“ bis „immer“ verbal verankert ist.
StichwörterKinder, Schüchternheit, Hemmung
Psychometrische Eigenschaften
ReliabilitätDie interne Konsistenz der beiden Skalen zeigt für Cronbachs Alpha Werte von über .80. Bei einer Selbstbeurteilung durch die Kinder selbst (bei entsprechender Itemumformulierung) sinkt der Reliabilitätskoeffizient beider Skalen auf Cronbachs Alpha < 0.70. In einer weiteren Untersuchung wurden Retestreliabilitäten für insgesamt sieben Messzeitpunkte von mindestens r = .85 gemessen.
ValiditätDie prädiktive Validität ergibt sich aus einer Längsschnittstudie (Asendorpf & van Aken, 1999; Dennissen et al., 2008) anhand von Persönlichkeitstypen (unterkontrolliert vs. überkontrolliert vs. resilient). Untersucht wurden dabei Kinder zwischen dem 4. und 23. Lebensjahr. Es zeichnete sich ab, dass überkontrollierte Menschen höhere Werte in der Schüchternheitsskala erreichen, die stabil bleiben. Gleichzeitig konnte festgestellt werden, dass der Wert für Schüchternheit unterkontrollierter Personen mit 4 Jahren niedrig ist, aber mit zunehmendem Alter steigt (17 Jahre) und dann stabil bleibt. Resiliente Personen geben sich anfangs schüchtern, jedoch nimmt ihr Schüchternheitswert stetig ab.
Literatur und Copyright

© Prof. Dr. Jens B. Asendorpf, Institut für Psychologie, Humboldt-Universität zu Berlin, Oranienburger Straße 18, D-10178 Berlin.

Asendorpf, J. (1992). Schüchternheitsskalen für Kinder. Berlin: Humboldt-Universität, Institut für Psychologie.

Asendorpf, J. B. & van Aken, M. A. G. (1999). Resilient, overcontrolled, and undercontrolled personality prototypes in childhood: Replicability, predictive power, and the trait-type issue. Journal of Personality and Social Psychology, 77 (4), 815-832.

Dennissen, J. J. A., Asendorpf, J. B. & van Aken, M. A. G. (2008). Childhood personality predicts long-term trajectories of shyness and aggressiveness in the context of demographic transitions in emerging adulthood. Journal of Personality, 76 (1), 67-99.

Weinert, F. E. & Schneider, W. (Eds.). (1999). Individual development from 3 to 12: Findings from the Munich Longitudinal Study. New York: Cambridge University Press.

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